Aktien Analyse Hamborner REIT: Betongold an der Börse

Hamborner REIT - Betongold an der Börse
Hamborner REIT – Betongold an der Börse

Immobilien sind im Moment schwer in Mode. Ich kenne kaum jemanden der sich nicht für den Kauf einer Eigentumswohnung interessiert. Leider sind die Immobilienpreise in den A-Lagen dadurch aber auch stark gestiegen und Wohnungen in München, Berlin, Hamburg und Köln sind kaum bezahlbar. Wenn es nicht darum geht, selbst einzuziehen, eignen sich indirekte Investitionen in Immobilien über sogenannte REITs hervorragend.

Bei REITs handelt es sich um Kapitalgesellschaften, die in Immobilien investieren und wie andere Aktiengesellschaften auch an der Börse gehandelt werden. Sie sind auf Unternehmensebene steuerbefreit und sind im Gegenzug verpflichtet, 90 % ihrer Gewinne an die Aktionäre auszuschütten.

Amazon Affiliate Link zu weiterführender Literatur zu REITs
Amazon Affiliate Link zu weiterführender Literatur zu REITs

Der Gewinn und auch das KGV sind bei REITs allerdings mit Vorsicht zu betrachten, da Abschreibungen auf die Immobilien diese Werte stark verzerren. Aussagekräftiger ist meist der Cashflow und das Kurs-Cashflow-Verhältnis KCV.

Die folgenden Bewertungskriterien stammen aus der Analyse „Wie finde ich die richtigen Aktien„, der Stand der Daten ist Dezember 2016. Die Aktienanalyse gibt lediglich meine persönliche Meinung wieder und ist keine Empfehlung, die Aktie zu kaufen oder verkaufen (siehe auch meinen Risikohinweis).

Aktienanalyse Hamborner REIT:

Geschäftsmodell: Kenne und benutze ich die Produkte selbst? Hat die Firma einen Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern (starke Marken, besondere Vertriebsstruktur etc.) und gute Aussichten für die Zukunft?

–> Die Hamborner REIT ist sicher nicht jedem ein Begriff, das Unternehmen aus dem SDAX betreibt Gewerbeimmobilien an gut 60 Standorten in Deutschland. Einen Überblick über die einzelnen Standorte gibt das Unternehmen selbst auf seiner Homepage. Ich finde es ganz interessant, hier zu schauen welche Immobilien aus den einzelnen Städten ich ggf. selbst kenne. Allgemein finde ich das Geschäftsmodell sehr solide. Eventuell wird es allerdings auch für REITs schwer, Wachstum zu generieren, in Zeiten stark gestiegener Immobilienpreise.

Unternehmensgewinne: Das Unternehmen sollte Gewinn machen und die Gewinne sollten bestenfalls über die Jahre ansteigen.

–> Die Ergenbisse pro Aktie zeigen einen gleichbleibenden Verlauf über die letzten Jahre. Dies bestätigt meine Vermutung zum Wachstum. Mit 0,52 € lag der Cashflow pro Aktie dabei 2015 allerdings mehr als doppelt so hoch wie der Gewinn von 0,25€.

KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis): Das KGV setzt den Preis einer Aktie in Relation zum Jahresgewinn pro Aktie. Es sollte für konservative Aktien aus dem Lebensmittelbereich unter 20 liegen (man zahlt dann also den zwanzigfachen Jahresgewinn für die Aktie). Wer in einem Crash bei 15 oder weniger kauft macht alles richtig. Am besten benutzt du zur Berechnung den durchschnittlichen Gewinn der letzten 3 Jahre, so fallen „Ausrutscher“ weniger ins Gewicht. 

–> Das KGV liegt aktuell bei 34, das aussagekräftigere KCV bei 16,4.

Fremdkapitalquote: Ich finde es wichtig, dass ein Unternehmen ordentlich finanziert ist. Eine FK-Quote unter 60% ist gut, je niedriger desto besser.

–> Auch hier kommen die besonderen Regeln für REITs dem Anleger zu Gute. REITs müssen über eine hohe Eigenkapitalquote verfügen. Das Fremdkapital beim Hamborner REIT liegt daher nur bei 48 %.

Dividende: Zahlt das Unternehmen Dividende? Im besten Fall kann diese von Jahr zu Jahr gesteigert werden. Sogenannte Dividenden Aristokraten konnten ihre Dividende über 25 Jahre oder länger jedes Jahr anheben. Interessant ist hier neben der Dividendenrendite auch wie hoch die durchschnittliche Rate der Dividendenerhöhung ist. 

–> Die Dividende wurde seit 2010 jährlich gesteigert, zuvor konstant gehalten. Die Rendite beträgt aktuell 4,8 %.

Ausschüttungsquote: Eine hohe Dividendenrendite alleine reicht leider nicht aus, wichtig ist auch dass die Dividende von den Unternehmensgewinnen gut gedeckt ist. So hat das Unternehmen noch Geld für Investitionen und außerdem Luft für Dividendenerhöhungen.

–> Die Ausschüttungsquote 2015 betrug 164 %. Bezogen auf den bei REITs wichtigeren Cashflow werden allerdings nur knapp 80 % ausgeschüttet.

Alle Daten stammen von finanzen.net.

Fazit der Aktienanalyse Hamborner REIT

  • KGV = 34
  • KCV = 16,4
  • Dividendenrendite =  4,8 %
  • Ausschüttungsquote (bezogen auf Cashflow) =  80 %
  • Fremdkapital = 48 %

Ich finde, REITs sind eine interessante Beimischung, vor allem die hohen Dividenden sind ein Argument. Das hohe KGV sollte dabei nicht überbewertet werden. Im Vergleich zu einem direkten Immobilieninvestment ist der Hamborner REIT wahrscheinlich die bessere Investition, ähnliches gilt auch für den zweiten großen deutschen REIT, den Alstria Office REIT. Zu großes Wachstum darf von den beiden allerdings nicht erwartet werden, dafür eine solide Dividende und wenig Kopfzerbrechen über das Geschäftsmodell.

Hier findest du andere konservative deutsche Aktien.

Was denkst du über den Hamborner REIT?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*