Bayer Aktien Analyse

Ich hatte im Beitrag zu meiner Strategie bei Höchstständen an den Aktienmärkten ja bereits erwähnt, dass ich Disney und Bayer momentan interessant finde. Über Bayer schwebt dabei ein bisschen die Ungewissheit der Folgen des Monsanto Deals. Ich schaue mir im Folgenden daher erstmal die Zahlen und Fakten der Bayer AG an.

Die folgende Aktienanalyse gibt lediglich meine persönliche Meinung wieder und ist keine Empfehlung, die Aktie zu kaufen oder verkaufen (siehe auch meinen Risikohinweis).

Geschäftsmodell: Kenne und benutze ich die Produkte selbst? Hat die Firma einen Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern (starke Marken, besondere Vertriebsstruktur etc.) und gute Aussichten für die Zukunft?

Dünger hilft bei der Ertragssteigerung der Felder
Dünger hilft bei der Ertragssteigerung der Felder

Bayer ist seit der Abspaltung seiner Kunststoffsparte (Covestro) ein Konzern mit den beiden Standbeinen Healthcare und Cropscience. Beide Bereiche sind vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung sehr lukrativ. Bayer Healthcare verfügt über bekannte Marken wie Aspirin und Alka-Seltzer und betreibt darüber hinaus Forschung in Bereichen wie Krebs und Diabetes.

Bayer Cropscience vertreibt Produkte zum Pflanzenschutz und der Schädlingsbekämpfung und entwickelt diesen Bereich ebenfalls stetig weiter. Durch die geplante Übernahme von Monsanto soll das weltweit führende Unternehmen in diesem Bereich entstehen.

Unternehmensgewinne: Das Unternehmen sollte Gewinn machen und die Gewinne sollten bestenfalls über die Jahre ansteigen.

Die Gewinne des Unternehmens konnten in den letzten Jahren stark gesteigert werden. 2015 stand ein Gewinn von 4,97 € pro Aktie zu Buche, was einer Marge von knapp 9 % auf den Umsatz von 56 € pro Aktie entspricht. Für das kommende Jahr wird eine weitere deutliche Steigerung der Gewinne erwartet.

KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis): Das KGV setzt den Preis einer Aktie in Relation zum Jahresgewinn pro Aktie. Es sollte für konservative Aktien (z.B. aus dem Lebensmittelbereich) unter 20 liegen. Am besten benutzt du zur Berechnung den durchschnittlichen Gewinn der letzten 3 Jahre, so fallen „Ausrutscher“ weniger ins Gewicht. 

Bezogen auf den durchschnittlichen Gewinn der letzten 3 Jahre ergibt sich ein KGV von 20,8. Auf Grund des starken Wachstums ist der Blick „in den Rückspiegel“ aber vielleicht etwas zu pessimistisch, denn bezogen auf den 2015er Gewinn ergibt sich ein KGV von 18, bezogen auf die Prognose für das Jahr 2016 ein noch deutlich geringerer Wert von ca. 13.

Fremdkapitalquote: Ich finde es wichtig, dass ein Unternehmen ordentlich finanziert ist. Eine FK-Quote unter 60% ist gut, je niedriger desto besser.

Die Fremdkapitalquote von Bayer beträgt 68,8 %. Durch den Kauf von Monsanto könnte es hier allerdings zu Veränderungen kommen. Im Gespräch ist eine Finanzierung über eine Kapitalerhöhung, sowie auch Kreditaufnahme zur Finanzierung des 66 Mrd. $ teuren Kaufs.

Dividende: Zahlt das Unternehmen Dividende? Im besten Fall kann diese von Jahr zu Jahr gesteigert werden. Sogenannte Dividenden Aristokraten konnten ihre Dividende über 25 Jahre oder länger jedes Jahr anheben. Interessant ist hier neben der Dividendenrendite auch wie hoch die durchschnittliche Rate der Dividendenerhöhung ist. 

Bayer ist ein verlässlicher Dividendenzahler, der seine Auszahlungen seit vielen Jahren erhöhen konnte. 2015 zahlte Bayer 2,50 € pro Aktie aus, was beim aktuellen Kurs einer Dividendenrendite von 2,8 % entspricht.

Ausschüttungsquote: Wichtig ist, dass die Dividende von den Unternehmensgewinnen gut gedeckt ist. So hat das Unternehmen noch Geld für Investitionen und außerdem Luft für Dividendenerhöhungen.

–> Die Ausschüttungsquote 2015 betrug 50 %.

Alle Daten stammen von finanzen.net und mydividends.de.

Fazit der Bayer Aktienanalyse 

Bayer als einzelnes Unternehmen betrachtet ist in meinen Augen ein solider Wert, der momentan nicht zu teuer ist:

  • KGV (2015) = 18
  • gutes Gewinn- und Umsatzwachstum in den letzten Jahren
  • Dividendenrendite 2015 = 2,7 %
  • Ausschüttungsquote 2015 = 50 %
  • Fremdkapitalquote von 68,8 %

Der Einfluss der Monsanto Akquisition bleibt allerdings ein großer Unsicherheitsfaktor mit vielen Fragezeichen:

  • Kommt der Deal überhaupt zustande oder scheitert er an den Aufsichtsbehörden?
  • Zahlt Bayer evtl. einen zu hohen Preis?
  • Welchen Einfluss hat der Zukauf auf die Kapitalstruktur (Kapitalerhöhung / Fremdkapital) und die Dividendenpolitik?
  • Wie passen die unterschiedlichen Mentalitäten des US-„Badboys“ Monsanto und der deutschen Bayer AG mit relativ sauberem Image zusammen?

Ich persönlich denke, dass die Akquisition seitens der Bayer Verantwortlichen gut durchdacht ist und dass der Cropscience Markt in den kommenden Jahren noch weitere Fusionen und Umstrukturierungen erleben wird, auf die ein großer Konzern wie „Baysanto“ sicherlich besser vorbereitet wäre. Bayer mit 120.000 Mitarbeitern und einem Gesamtumsatz von 46 Mrd. € im Jahr 2015 schluckt hierbei Monsanto mit 22.500 Mitarbeitern und einem Umsatz von 15 Mrd. $. Der Vergleich dieser Größen hilft vielleicht, den Zukauf einzuordnen ohne Angst vor einer Dominanz der Monsanto Mentalität im neuen Konzern zu haben.