Verlustverrechnungstöpfe sinnvoll nutzen

Aus dem Verlustverrechnungstopf kann eine Blume wachsen ;)
Aus dem Verlustverrechnungstopf kann eine Blume wachsen 😉

Ich habe mich letztens mit einem Bekannten über die Ausnutzung der Verlustrechnungstöpfe unterhalten und war überrascht, dass er die im Folgenden beschriebene Möglichkeit, Steuern zu sparen, nicht kannte. Ich stelle sie daher hier vor, damit du ggf. auch davon profitieren kannst:

Beim Verkauf von Wertpapieren können Verluste entstehen. Diese sind ärgerlich, können über die Verlustverrechnungstöpfe jedoch mit anfallenden Erträgen verrechnet werden, funktionieren also im Grunde wie ein Freistellungsauftrag.

Da Verluste nur mit Gewinnen aus der „gleichen Kategorie“ verrechnet werden können, gibt es einen Aktien-Verlusttopf, in den Verluste aus Aktienverkäufen einfließen (welche dann mit Aktiengewinnen verrechnet werden), sowie einen allgemeinen Verlusttopf, in den alle anderen Verluste einfließen (welche dann mit anderen Gewinnen bzw. Erträgen wie Dividenden verrechnet werden).

„Soweit so gut, aber was nützt mir das?“ wirst du dich fragen. Für Buy- and Holdanleger eröffnet sich damit eine interessante Möglichkeit: Stehen ETFs weit im Minus, verkaufe ich sie und kaufe sie im nächsten Moment erneut wieder. Das bedeutet, ich realisiere einen Verlust, welcher in den allgemeinen Verlustverrechnungstopf wandert und kaufe den selben ETF direkt zurück, habe also die identische Anzahl an Wertpapieren im Depot. Die Kosten hierfür liegen bei einem günstigen Broker bei 5 – 10 €



Ein Beispiel:

Ich habe einen ETF (z.B. 1.000 Anteile für je 10 €) für 10.000 € gekauft und der Wert sinkt um 25 % auf 7.500 €. Wenn ich den ETF nun verkaufe und sofort wieder 1.000 Anteile zurückkaufe habe ich 10€ Handelsgebühren gezahlt, jedoch nach wie vor 1.000 ETF Anteile in meinem Depot und 2.500 € in den allgemeinen Verlustverrechnungstopf „geschoben“. dadurch sind nun im Folgenden Dividenden in Höhe von 2.500 € steuerfrei. Bei einer Abgeltungssteuer + Soli in Höhe von 26,375 % hätte ich dadurch immerhin knapp 660 € Steuern gespart.

Natürlich fallen bei einem späteren Verkauf des ETF zu höheren Kursen dann entsprechend höhere Steuern an, allerdings spreche ich hier vor allem Buy-and-Hold Anleger an, und für diese lohnt es sich, diesen (sehr) langfristigen Steuerstundungseffekt mitzunehmen.

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