Was tun bei Höchstständen an den Aktienmärkten?

Langfristig steigt der Aktienmarkt
Langfristig steigt der Aktienmarkt

Wir haben in den vergangenen Jahren eine starke Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten gesehen und vielleicht hast du selbst auch Aktien im Depot, die stark im Plus sind. Es stellt sich die Fragen, wie man momentan eigentlich neues Geld investieren soll? Stur und egal zu welchem Preis, Hauptsache in Top Unternehmen? Oder sollte man doch lieber abwarten?

Die Antwort auf diese Frage ist ganz eindeutig: Es kommt drauf an 😉

Ich gehe wie folgt vor:

Genauer Blick auf einzelne Aktien: Ich habe eine Watchlist mit den Top Aktien, die ich als Kern meines Depots haben möchte und kenne die langfristigen KGVs, das erwartete Wachstum, Fremdkapitalquote, das Geschäftsmodell etc. und habe eine Vorstellung davon, was ich für eine Aktie des Unternehmens bezahlen würde.

Beobachtung des Marktes: Ich lese so viel wie möglich über die Unternehmen. Übrigens lese ich keine Quartalsberichte, das ist mir zu kurzfristig, es geht mir mehr darum einzuordnen, wie sich die Welt weiterentwickelt und wie die Unternehmen, die mich interessieren da rein passen. Dabei laufen mir auch immer wieder neue Kandidaten für die Watchlist über den Weg.

Geduld: Wenn es grade keine gute Investitionsgelegenheit gibt, warte ich.

Zuschlagen wenn es soweit ist: Wenn eine der Aktien in einen Bereich kommt, den ich attraktiv finde um einzusteigen, kaufe ich. Leider machen viele Anleger den Fehler bei Höchstständen zu kaufen („Qualität zu jedem Preis“) und bei fallenden Kursen lieber abzuwarten („bloß nicht einsteigen bevor sich ein Boden gebildet hat“). Ich kaufe die Aktie wenn ich sie für fair bewertet halte weil ich weiß dass ich nicht zu viel zahle. Dann ist es auch kein Problem, weitere Kurseinbrüche zu akzeptieren ohne sich zu ärgern.

Von vielen Einsteigern und Dividenden-Investoren lese ich momentan oft, dass es egal ist, zu welchem Preis man in eine gute Aktie einsteigt, langfristig mache dies kein Unterschied weil der Markt immer steigt. Das steht im Gegensatz zu meiner eigenen Strategie und ich finde, es handelt sich um einen gefährlichen Denkfehler (dazu passend eine Buchempfehlung).

Über 20 Jahre wirst du mit dem „blinden Investment“ in Aktien wahrscheinlich besser fahren als mit Tagesgeld und Co, weil der Markt tatsächlich steigt. Aber warum solltest du nicht warten bis das KGV während der starken Schwankungen auf dem Weg nach oben auf einem annehmbaren Niveau liegt? Selbst wenn das etwas dauert bis die Börse mal wieder um 10 oder 20 % einknickt und vielleicht für eine einzelne Aktie nie wieder kommt (was ich bei den aktuellen Bewertungen für sehr unwahrscheinlich halte), aus dem große Topf der Qualitätsaktien findet sich immer wieder eine, die grade günstig ist:

Johnson & Johnson gab es im September 2015 (also vor genau einem Jahr) für etwas über 90 $, das entsprach einem KGV unter 17 und einer Dividendenrendite von 3,2 %. dazu handelt es sich meiner Meinung nach um eine absolutes Top-Unternehmen, so dass die Situation ein klarer Kauf war.

Momentan sind Disney und Bayer meiner Meinung nach sehr interessant, da beide für KGVs deutlich unter 20 zu haben sind und dazu noch ein starkes Wachstum in den letzten Jahren hatten. (Vielleicht mache ich bei Gelegenheit mal eine Aktienanalyse dazu).

Ich würde immer lieber auf solche Gelegenheiten warten anstatt momentan in Kimberly-Clark oder Coca-Cola zu investieren. Alleine durch die Auswahl einzelner Aktien bringt man seine Meinung schon in die Investitionsentscheidung ein und es ist kein reines Passiv-Investment mehr, daher gehört meiner Meinung dann auch das sogenannte Market-Timing beim Einstieg mit dazu. Wer dazu keine Lust hat fährt sicher mit kontinuierlichen Sparplan-Investitionen in ETFs gut.

Fazit

Der Einstiegspreis spielt eine große Rolle. Für mich muss eine Aktie attraktiv bewertet sein im Vergleich zum langjährigen Durchschnitts-KGV, im Vergleich zu potentiellen (Gewinn-)Wachstum der kommenden Jahre und im Vergleich zu anderen Aktien. Nur dann kaufe ich. Solche Gelegenheiten kommen aber häufiger als man denkt.

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