Aktienanalyse Münchener Rückversicherung

Im folgenden habe ich die Aktie der Münchener Rückversicherung analysiert. Die Bewertungskriterien stammen aus der Analyse „Wie finde ich die richtigen Aktien„. Der Stand der Analysedaten ist August 2016. Die Aktienanalyse gibt lediglich meine persönliche Meinung wieder und ist keine Empfehlung, die Aktie zu kaufen oder verkaufen (siehe auch meinen Risikohinweis).

Aktienanalyse Münchener Rückversicherung:

Geschäftsmodell: Kenne und benutze ich die Produkte selbst? Hat die Firma einen Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern (starke Marken, besondere Vertriebsstruktur etc.) und gute Aussichten für die Zukunft?

–> Hier sieht man bereits den ersten Unterschied zu den Aktien von Konsumgüterherstellern. Die Münchener Rückversicherung kennt man aus seinem Alltag eher weniger. Rückversicherungen versichern die sogenannten Erstversicherer gegen große Katastrophen, sind als sozusagen „Versicherungen für Versicherungen“ (siehe auch Wikipedia). Dieses Geschäftsmodell macht sie aus meiner Sicht robuster als die Erstversicherungen und die Münchener Rückversicherung hat als größter Rückversicherer der Welt eine starke Marktposition. Zur Münchener Rückversicherung gehört außerdem noch der Erstversicherer ERGO.

Unternehmensgewinne: Das Unternehmen sollte Gewinn machen und die Gewinne sollten bestenfalls über die Jahre ansteigen.

–> Die Münchener Rückversicherung macht Gewinne und hält diese in den letzten 4 Jahren auf einem guten Niveau mit minimal steigender Tendenz. Ein großes Wachstum ist hier nicht erkennbar, der Markt ist umkämpft, die Münchener Rückversicherung hat aber eine Marge von gut 5 %. Große Naturkatastrophen und ähnliches beeinflussen die einzelnen Jahre stark.

KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis): Das KGV setzt den Preis einer Aktie in Relation zum Jahresgewinn pro Aktie. Es sollte für konservative Aktien aus dem Lebensmittelbereich unter 20 liegen (man zahlt dann also den zwanzigfachen Jahresgewinn für die Aktie). Wer in einem Crash bei 15 oder weniger kauft macht alles richtig. Am besten benutzt du zur Berechnung den durchschnittlichen Gewinn der letzten 3 Jahre, so fallen „Ausrutscher“ weniger ins Gewicht. 

–> Der durchschnittliche Gewinn pro Aktie betrug in den letzten 3 Jahren 18,51 €. Bezogen auf einen Kurs von 161 € ergibt das ein KGV von 8,7. Auch hier sieht man den großen Abschlag in der Bewertung zu Konsumgüterherstellern. Das durchschnittliche KGV der vergangenen 10 Jahre lag bei der Münchener Rückversicherung bei 10,8.

Fremdkapitalquote: Ich finde es wichtig, dass ein Unternehmen ordentlich finanziert ist. Eine FK-Quote unter 60% ist gut, je niedriger desto besser.

–> Die Fremdkapitalquote beträgt 89 %. Dieser Wert ist für eine Versicherung normal und macht ebenfalls den Unterschied zu den solide finanzierten Konsumgüterherstellern deutlich

Dividende: Zahlt das Unternehmen Dividende? Im besten Fall kann diese von Jahr zu Jahr gesteigert werden. Sogenannte Dividenden Aristokraten konnten ihre Dividende über 25 Jahre oder länger jedes Jahr anheben. Interessant ist hier neben der Dividendenrendite auch wie hoch die durchschnittliche Rate der Dividendenerhöhung ist. 

–> Die Münchener Rückversicherung hat ihre Dividende seit 1970 nicht mehr gesenkt und selbst im Jahr 2011, als die Gewinne eingebrochen waren, eine Dividende wie im Vorjahr gezahlt. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 5,2 %. Das sind extrem starke Werte.

Ausschüttungsquote: Eine hohe Dividendenrendite alleine reicht leider nicht aus, wichtig ist auch dass die Dividende von den Unternehmensgewinnen gut gedeckt ist. So hat das Unternehmen noch Geld für Investitionen und außerdem Luft für Dividendenerhöhungen.

–> Die Ausschüttungsquote 2015 betrug nur 44 %.

Alle Daten stammen von finanzen.net und Börsengeflüster.

Fazit der Aktienanalyse Münchener Rückversicherung

Anhand der Wachstumsaussichten und der Fremdkapitalquote kann man erkennen, dass man Versicherungen anders bewerten muss als zum Beispiel Konsumgüterhersteller. Die Aktienanalyse der Münchener Rückversicherung zeigt allerdings auch, dass die Aktie mit einem sehr niedrigen KGV bewertet ist, das Geschäftsmodell durchaus als konservativ und langlebig bezeichnet werden kann und die Dividendenhistorie und -Rendite ganz klar für das Unternehmen sprechen:

  • KGV = 8,7
  • Dividendenrendite = 5,2 %
  • Ausschüttungsquote = 44 %
  • Fremdkapital = 89 %

Für mich ist die Münchener Rückversicherung auf dem momentanen Niveau ein klarer Kauf als solider Wert innerhalb eines gut diversifizierten Depots.

Hier findest du andere konservative deutsche Aktien.

Was denkst du,  lohnt sich der Kauf von Aktien der Münchener Rückversicherung im Moment?

4 Gedanken zu „Aktienanalyse Münchener Rückversicherung“

  1. Lange Zeit war die Münchener Rück eine meiner Lieblingsaktien. Ich habe noch jedoch aufgrund von Insiderverkäufen von Vorständen der Firma zunächst für einen Ausstieg entschieden, vielleicht wissen sie etwas, das wir nicht wissen.

    1. Hallo Finanzmixerin,
      ich halte Insider-Transaktionen auch für eine sehr gute Informationsquelle. Den Verkäufen stehen bei der Münchener Rück aber in diesem Jahr auch schon einige Insider-Käufe gegenüber, so dass ich hier noch kein eindeutiges Zeichen sehen würde.

  2. ich halte als Rentner schon seit Jahren die MüR-Aktie, sie bietet meinem bescheidenen Vermögen ein gutes „Zubrot“, Siehe Sparbuch

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