Aktienanalyse Whitbread

In dieser Aktienanalyse möchte ich das Unternehmen Whitbread beleuchten. Whitbread ist im britischen FTSE 100 vertreten, ist bei deutschen Anlegern jedoch wenig bekannt. Alle Daten stammen aus dem August 2016. Die Aktienanalyse gibt lediglich meine persönliche Meinung wieder und ist keine Empfehlung, die Aktie zu kaufen oder verkaufen (siehe auch meinen Risikohinweis).

Geschäftsmodell: Kenne und benutze ich die Produkte selbst? Hat die Firma einen Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern (starke Marken, besondere Vertriebsstruktur etc.) und gute Aussichten für die Zukunft?

–> Whitbread ist in Deutschland eher unbekannt. Das Unternehmen wurde bereits 1742 gegründet und investierte hauptsächlich in Bierbrauereien. Heute hat sich Whitbread aus dem Brauereigeschäft zurückgezogen und betreibt Cafes, Restaurants und Hotels in Großbritannien. Da ich selbst häufig beruflich in GB bin, sind mir die Premier Inn Hotels, Beefeater Grill Restaurants oder Costa Coffee Läden schon sehr häufig über den Weg gelaufen, da sie quasi an jeder Ecke zu finden sind, Whitbread ist der größte Betreiber von Restaurants, Cafes und Hotels auf der Insel. Das Geschäftsmodell „Schlafen, Essen, Trinken“ gefällt mir persönlich ausgesprochen gut. Die Marktkapitalisierung liegt bei 8,6 Mrd. € und Whitbread beschäftigt 50.000 Mitarbeiter.

Unternehmensgewinne: Das Unternehmen sollte Gewinn machen und die Gewinne sollten bestenfalls über die Jahre ansteigen.

–> Whitbread konnte seine Gewinne (und Umsätze) in den letzten Jahren kontinuierlich steigern, die Marge liegt bei 13 %, das langfristige geschätzte Wachstum für die kommenden Jahre bei über 10%.

KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis): Das KGV setzt den Preis einer Aktie in Relation zum Jahresgewinn pro Aktie. Es sollte für konservative Aktien aus dem Lebensmittelbereich unter 20 liegen (man zahlt dann also den zwanzigfachen Jahresgewinn für die Aktie). Wer in einem Crash bei 15 oder weniger kauft macht alles richtig. Am besten benutzt du zur Berechnung den durchschnittlichen Gewinn der letzten 3 Jahre, so fallen „Ausrutscher“ weniger ins Gewicht. 

–> Der Gewinn pro Aktie in den letzten 3 Jahren betrug im Schnitt 2,01 GBP, der aktuelle Kurs liegt bei knapp 41 GBP, daraus ergibt sich ein KGV von knapp über 20. Nutzt man nur den Gewinn des letzten Geschäftsjahres liegt das KGV unter 19.

Fremdkapitalquote: Ich finde es wichtig, dass ein Unternehmen ordentlich finanziert ist. Eine FK-Quote unter 60% ist gut, je niedriger desto besser.

–> Die Fremdkapitalquote ist von 59 % im Jahr 2009 auf 46 % im Jahr 2016 gesunken.

Dividende: Zahlt das Unternehmen Dividende? Im besten Fall kann diese von Jahr zu Jahr gesteigert werden. Sogenannte Dividenden Aristokraten konnten ihre Dividende über 25 Jahre oder länger jedes Jahr anheben. Interessant ist hier neben der Dividendenrendite auch wie hoch die durchschnittliche Rate der Dividendenerhöhung ist. 

–> Die Dividende von Whitbread beträgt aktuell 0,90 GBP, die Dividendenrendite beträgt damit 2,2 %, außerdem wurden die Dividenden in den vergangenen zehn Jahren kontinuirlich gesteigert.

Ausschüttungsquote: Eine hohe Dividendenrendite alleine reicht leider nicht aus, wichtig ist auch dass die Dividende von den Unternehmensgewinnen gut gedeckt ist. So hat das Unternehmen noch Geld für Investitionen und außerdem Luft für Dividendenerhöhungen.

–> Die Ausschüttungsquote liegt aktuell bei 42 %.

Alle Daten stammen von finanzen.net und mydividends.de.

Fazit der Aktienanalyse Whitbread

Die Aktie mag in Deutschland nicht besonders bekannt sein und mit einer Marktkapitalisierung (knapp) unter 10 Mrd. € dem einen oder anderen Anleger zu klein sein. Außerdem ist der Schwerpunkt der Geschäftsaktivitäten in Großbritannien ggf. ein Risiko bei einem wirtschaftlichen Abschwung dort nach dem Austritt aus der EU oder durch andere Einflüsse, andererseits aber auch eine Chance für starkes Wachstum in den kommenden Jahren. So plant Costa Coffee die weitere Expansion in China und anderen Ländern. Prinzipiell ist das Unternehmen meiner Meinung nach mehr als solide aufgestellt:

  • Solides Geschäftsmodell „Schlafen, Essen, Trinken“
  • KGV = 20
  • gutes Gewinn- oder Umsatzwachstum in den letzten Jahren
  • Ausschüttungsquote 42 %
  • Fremdkapitalquote von lediglich 46 %

Weitere Ideen für europäische Aktien aus dem Vereinigten Königreich findest du unter dem entsprechenden Link.

Ich freue mich auf deine Meinung: Käme Whitbread als Investition für dich in Frage?

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