Aktienanalyse Coca-Cola

Bei der Suche nach konservativen Aktien hatte ich einige Bewertungskriterien erwähnt, an denen ich für mich festmache, ob eine Aktie für mich eine sinnvolle Investition darstellt oder nicht.

Aktienanalyse Coca-ColaUm dir ein konkretes Beispiel zu geben, habe ich mir die Coca Cola Aktie in den letzten Tagen mal etwas genauer angeschaut und möchte an diesem Beispiel erklären wie ich vorgehe und warum ich hier momentan (August 2016) skeptisch bin. Die Aktienanalyse gibt lediglich meine persönliche Meinung wieder und ist keine Empfehlung, die Aktie zu kaufen oder verkaufen (siehe auch meinen Risikohinweis).

Geschäftsmodell: Kenne und benutze ich die Produkte selbst? Hat die Firma einen Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern (starke Marken, besondere Vertriebsstruktur etc.) und gute Aussichten für die Zukunft?

–> Coca Cola ist eine Weltklasse-Marke und hat auch einen großen Vorsprung gegenüber allen Wettbewerbern. Das Geschäftsmodell ist konservativ und langweilig und Coke ist in den vergangenen Jahrzehnten kräftig gewachsen. Die Aktie kommt als als Langfrist Investment unbedingt in Frage!

Unternehmensgewinne: Das Unternehmen sollte Gewinn machen und die Gewinne sollten bestenfalls über die Jahre ansteigen.

–> In den vergangenen Jahrzehnten hat Coca-Cola zwar eine unglaubliche Erfolgsstory hinter sich und das Unternehmen macht nach wie vor gute Gewinne und hat eine starke Gewinnmarge. Die Gewinne pro Aktie in USD stagnieren aber seit einigen Jahren (ebenso wie der Umsatz), hier ist momentan kein Wachstum erkennbar.

KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis): Das KGV setzt den Preis einer Aktie in Relation zum Jahresgewinn pro Aktie. Es sollte für konservative Aktien aus dem Lebensmittelbereich unter 20 liegen (man zahlt dann also den zwanzigfachen Jahresgewinn für die Aktie). Wer in einem Crash bei 15 oder weniger kauft macht alles richtig. Am besten benutzt du zur Berechnung den durchschnittlichen Gewinn der letzten 3 Jahre, so fallen „Ausrutscher“ weniger ins Gewicht. 

–> Der Gewinn pro Aktie in den letzten 3 Jahren betrug im Schnitt 1,75 USD. Bezogen auf den Kurs von gut 44 USD entspricht dies einem KGV von gut 25.

Fremdkapitalquote: Ich finde es wichtig, dass ein Unternehmen ordentlich finanziert ist. Eine FK-Quote unter 60% ist gut, je niedriger desto besser.

–> Die Fremdkapitalquote ist von 49 % im Jahr 2009 auf 71 % im Jahr 2015 gestiegen.

Dividende: Zahlt das Unternehmen Dividende? Im besten Fall kann diese von Jahr zu Jahr gesteigert werden. Sogenannte Dividenden Aristokraten konnten ihre Dividende über 25 Jahre oder länger jedes Jahr anheben. Interessant ist hier neben der Dividendenrendite auch wie hoch die durchschnittliche Rate der Dividendenerhöhung ist. 

–> Die Dividende ist momentan für viele wohl DAS Argument für Coke. Immerhin hat der Dividendenaristokrat die Zahlungen seit 54 Jahren jedes Jahr erhöht und bietet momentan eine Rendite über 3 %.

Ausschüttungsquote: Eine hohe Dividendenrendite alleine reicht leider nicht aus, wichtig ist auch dass die Dividende von den Unternehmensgewinnen gut gedeckt ist. So hat das Unternehmen noch Geld für Investitionen und außerdem Luft für Dividendenerhöhungen.

–> Die Ausschüttungsquote 2015 betrug 78 %.

Alle Daten stammen von finanzen.net und mydividends.de.

Fazit der Aktienanalyse Coca-Cola

Dank des großen Namens und der momentanen Dividendenrendite von gut 3% sieht Coca-Cola auf den ersten Blick nach einem attraktiven Investment für Langfristanleger aus, wenn man genauer hinschaut birgt die Aktie aber ein paar Risiken:

  • KGV = >25
  • kein Gewinn- oder Umsatzwachstum in den letzten Jahren
  • Ausschüttungsquote 2015 = 78 %
  • Fremdkapitalquote von 49 % in 2009 auf 71 % in 2015 rauf

Wenn es in den kommenden Jahren so weitergeht werden die Dividendensteigerungsraten in den nächsten Jahren sehr gering ausfallen und der hohe Kurs wird sicher ebenfalls früher oder später wieder bei einem KGV unter 20 ankommen.

Auf dem heutigen Niveau würde ich daher nicht in Coca-Cola investieren, auch wenn es sich dabei um ein absolutes Qualitätsunternehmen handelt. Die Erfolgs- und Wachstumsstory der vergangenen Jahrzehnte scheint momentan zumindest zu pausieren und für ein Unternehmen ohne Wachstum ist ein KGV von über 25 schlicht zu teuer. Meiner Meinung nach ist die Coca-Cola Aktie ein gutes Beispiel an dem man sieht, dass die Dividende nicht alles ist.

Hier findest du andere konservative Aktien aus den USA.

Ich freue mich auf deine Meinung: Welche Gründe sprechen für oder gegen den Kauf von Coca-Cola im Moment?

2 Gedanken zu „Aktienanalyse Coca-Cola“

  1. Bei Aktien wie Coca-Cola würde ich mir generell keine Sorgen machen. Zwar ist der Wachstum überschaubar langsam, aber dafür ist ein Wachstum eigentlich garantiert. Wie siehst du das?

  2. Hallo Simon,
    um die Firma / Marke Coca-Cola mache ich mir ebenfalls keine Sorgen, allerdings möchte ich mit meinen Investitionen ja die optimale Rendite erzielen und strebe daher ein möglichst gutes Chance-Risiko-Verhältnis an. Die Punkte, die ich in der Analyse nenne (geringes Wachstum, steigende Fremdkapitalquote, hohes KGV…) sprechen für mich momentan gegen Coke, daher investiere ich in andere Werte. Siehe z.B. hier: http://konservative-aktien.com/interessante-aktien-nach-der-kursfeuerwerk/
    Gruß
    Jonas

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